Theorie- und Praxisprüfung: Warum so viele durchfallen — und was eine Wiederholung kostet
Die Zahlen des TÜV-Verbands für 2025 sind deutlich: 44 Prozent der Prüflinge fielen bei der theoretischen Führerscheinprüfung für die Klassen B und BF17 durch, bei der praktischen Prüfung waren es 37 Prozent. Das bedeutet umgekehrt eine Bestehensquote von 56 Prozent in der Theorie und 63 Prozent in der Praxis — beide Werte sind in den vergangenen zehn Jahren spürbar gesunken.
Ein erheblicher Teil der über zwei Millionen Theorieprüfungen und knapp 1,9 Millionen Praxisprüfungen im Jahr 2025 waren bereits Wiederholungsversuche: 38 Prozent aller Theorieprüfungen und 31 Prozent aller Praxisprüfungen. Bei diesen Wiederholungen liegt die Bestehensquote bei 44 Prozent in der Theorie und 58 Prozent in der Praxis — wer beim ersten Mal durchfällt, hat also reelle, aber keineswegs sichere Chancen beim zweiten Versuch.
Was kostet eine Wiederholungsprüfung? Bei TÜV und DEKRA gelten für Wiederholungen dieselben amtlichen Gebühren wie bei der Erstprüfung: aktuell rund 22 bis 25 Euro für die Theorieprüfung und etwa 130 Euro für die praktische Prüfung, jeweils pro Versuch. Hinzu kommen in der Regel weitere Kosten der Fahrschule — etwa für die Bereitstellung des Prüfungsfahrzeugs samt Fahrlehrer bei der Praxisprüfung sowie zusätzliche Übungsstunden zur Nachschulung, die je nach Fahrschule und Region unterschiedlich berechnet werden.
Warum die Durchfallquote so hoch ist, wird in der Branche unterschiedlich erklärt: gestiegene Komplexität des Straßenverkehrs, größere Fahrzeuge mit mehr Assistenzsystemen, aber auch schlicht höhere Prüfungszahlen insgesamt. Zugleich melden Prüforganisationen eine Zunahme von Betrugsversuchen bei der Theorieprüfung, was die Aufmerksamkeit der Prüfer zusätzlich schärft.
Um die Chancen bei der Theorieprüfung zu verbessern, hilft vor allem ehrliches Üben mit den offiziellen Fragenkatalogen bis zur sicheren Wiedererkennung — nicht nur bis zum knappen Bestehen im Testlauf. Bei der Praxisprüfung zählen neben der reinen Fahrsicherheit auch Nebenpunkte wie ein strukturierter Blick beim Ein- und Ausparken, korrektes Verhalten an Kreuzungen mit Vorfahrtsregelung und ein ruhiges Auftreten trotz Nervosität — Fahrlehrer empfehlen oft eine zusätzliche Übungsstunde kurz vor dem Termin statt einer langen Pause.
Ein durchgefallener Versuch ist kein Beinbruch, sollte aber ernst genommen werden: Der Fahrlehrer analysiert die Prüfungsbögen in der Regel gemeinsam mit dem Prüfling und legt gezielt die Schwachstellen offen, statt einfach weitere Standardstunden zu buchen. Wer nach dem ersten Misserfolg strukturiert nacharbeitet, gehört häufiger zu den 44 beziehungsweise 58 Prozent, die den zweiten Anlauf bestehen.
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Häufige Fragen
Laut TÜV-Verband fielen 2025 rund 44 Prozent bei der Theorieprüfung und 37 Prozent bei der praktischen Prüfung (Klasse B/BF17) durch. Beide Werte sind über die letzten zehn Jahre gestiegen.
Es gelten dieselben amtlichen Gebühren wie bei der Erstprüfung: rund 22 bis 25 Euro für die Theorie und etwa 130 Euro für die Praxis. Dazu kommen meist weitere Kosten der Fahrschule für Nachschulung und Prüfungsfahrzeug.
Die Bestehensquote bei Wiederholungsprüfungen lag 2025 bei 44 Prozent in der Theorie und 58 Prozent in der Praxis. Gezielte Nacharbeit der erkannten Schwachstellen verbessert die Chancen spürbar.
Die Prüforganisationen nennen mehrere Faktoren: komplexeren Straßenverkehr, mehr Prüfungen insgesamt und zunehmende Betrugsversuche bei der Theorieprüfung, die zu genauerer Kontrolle führen. Eine einzelne Ursache lässt sich nicht klar benennen.
