Automatik oder Schaltung? Die Schlüsselzahl B197 einfach erklärt
Früher galt eine klare Regel: Wer die Fahrprüfung im Automatikfahrzeug ablegte, durfte danach nur Automatikfahrzeuge fahren — die Fahrerlaubnis trug die Beschränkung mit der Schlüsselzahl 78. Mit der Schlüsselzahl B197 wurde das gelockert: Sie können die komplette Ausbildung und Prüfung auf einem Automatikfahrzeug absolvieren und erhalten trotzdem die volle, unbeschränkte Fahrerlaubnis für Schalt- und Automatikfahrzeuge.
Voraussetzung dafür ist eine spezielle Zusatzausbildung: Zur regulären Automatik-Ausbildung kommen zusätzliche Fahrstunden mit einem Schaltwagen sowie eine begleitete Testfahrt, die von der Fahrschule dokumentiert und bescheinigt werden. Erst mit dieser Bescheinigung wird die Schlüsselzahl B197 im Führerschein eingetragen — ohne sie bleibt es bei der reinen Automatikbeschränkung.
Wer schon länger einen auf Automatik beschränkten Führerschein besitzt — erkennbar an der alten Schlüsselzahl 78 — muss dafür nicht die komplette Prüfung wiederholen. Die Nachrüstung auf B197 ist möglich, wenn die entsprechende Zusatzausbildung nachgeholt wird: in der Regel mindestens zehn Fahrstunden auf einem Schaltfahrzeug sowie eine abschließende Testfahrt, bestätigt durch eine Fahrschulbescheinigung. Anschließend lässt sich die Schlüsselzahl 78 bei der Führerscheinstelle gegen eine Verwaltungsgebühr von üblicherweise rund 30 Euro in B197 ändern.
Warum überhaupt Automatik lernen? Die Vorteile liegen auf der Hand: kein Kuppeln im Stop-and-go-Verkehr, entspannteres Fahren gerade für Fahranfänger mit Konzentration auf Verkehrsbeobachtung statt Schaltvorgänge, und ein wachsender Fahrzeugpark, der ohnehin auf Automatikgetriebe setzt — von Elektroautos bis zu modernen Verbrennern mit Doppelkupplungsgetriebe. Der Nachteil bei reiner Automatikbeschränkung: Mietwagen im Ausland, Firmenfahrzeuge oder gebrauchte Schaltwagen im Familienkreis fallen dann weg.
Die B197-Regelung löst genau dieses Problem: Sie lernen bequem auf Automatik, behalten aber die volle Flexibilität für Schaltfahrzeuge im Alltag. Die Zusatzstunden mit dem Schaltwagen kosten regional unterschiedlich, meist im selben Rahmen wie reguläre Fahrstunden — 60 bis 100 Euro pro Stunde —, sind aber angesichts der gewonnenen Flexibilität für die meisten Fahranfänger eine sinnvolle Investition.
Bei der Wahl der Fahrschule lohnt sich die konkrete Nachfrage, ob B197 als Standardpaket angeboten wird oder als kostenpflichtige Zusatzoption — die Preisgestaltung unterscheidet sich zwischen Fahrschulen spürbar, und wer von Anfang an B197 einplant, spart sich die spätere Nachrüstung samt Behördengang.
Fahrschulen, die B197 fest im Ausbildungspaket anbieten, finden Sie mit echten Kundenbewertungen in unserem bundesweiten Verzeichnis.
Häufige Fragen
Sie bedeutet, dass Sie die Fahrausbildung und Prüfung auf einem Automatikfahrzeug absolviert haben, aber dank zusätzlicher Schaltstunden trotzdem die volle Fahrerlaubnis für Schalt- und Automatikfahrzeuge besitzen.
Ja, das ist möglich. Nötig sind in der Regel mindestens zehn zusätzliche Fahrstunden auf einem Schaltfahrzeug, eine Testfahrt und eine Fahrschulbescheinigung, danach die Ummeldung bei der Führerscheinstelle gegen eine Verwaltungsgebühr von üblicherweise rund 30 Euro.
Automatikausbildung erleichtert das Lernen im Stop-and-go-Verkehr und passt zum wachsenden Anteil an Automatik- und Elektrofahrzeugen. Mit B197 verlieren Sie dabei nicht die Flexibilität für Schaltwagen.
Die Zusatzstunden werden meist wie reguläre Fahrstunden berechnet, also im Bereich von 60 bis 100 Euro pro Stunde. Fragen Sie bei der Fahrschule gezielt nach, ob B197 im Ausbildungspaket enthalten ist.
